Mögliche Themen gegenwärtiger und künftiger Forschungen

Wo stehen wir jetzt ?

Zurzeit wird immer noch sehr viel Detailarbeit an der Aufklärung der Thidrekssaga geleistet, denn diese kann unter vielfältigen Aspekten untersucht und erforscht werden. Beispiele für aktuelle Forschungen sind „Montan-Wirtschaft“ (Bergbau und Verhüttung) der Spätantike und dem Frühmittelalter und ihre Bedeutung für die Thidrekssaga. So interessiert uns etwa die Frage, wie die Montan-Wirtschaft in die Sage von Wieland dem Schmied hineinspielt, oder welche Rolle sie für im Rheinland ansässige Kleinfürsten (Foederaten) des ausgehenden Römerreiches spielte. Eine schon immer interessierende Frage war die nach den Altwegen, auf denen die Völker und Helden der Thidrekssaga ritten und stritten. Und es gibt sie noch immer, manches mal versteckt in der Landschaft, zum Teil überbaut von modernen Landstraßen oder als Feld- und Waldwege und Pilgerstraßen genutzt. Hier gilt es, Zusammenhänge zur Thidrekssaga zu entdecken und zu erforschen – ein weites Feld ! Wir sind hier miiten in der Forschung !

Zukünftige Forschungen

Zukunft lässt sich nicht einfach planen, aber man kann sich einiges vornehmen. Selbstverständlich wollen wir die Pfade, die wir so erfolgreich beschritten haben, auch weiterhin beschreiten. Ein wichtiges Gebiet ist z. B. die wechselseitige Beeinflussung von Sage und Literatur und Geschichtsschreibung: wie hat die Sage auf die Geschichte und Geschichts-Schreibung selbst gewirkt; wie etwa wurde die Dichtung Wolframs von Eschenbach durch die damals allgegenwärtige Heldensage beeinflusst, was dachte sich Karl der Große dabei, als er nach Rom zur Kaiserkrönung fuhr, oder als er das Standbild Theoderichs als vermeintlicher Dietrich von Bern von Ravenna nach Aachen verbringen ließ ? Die ‚antike Reichsidee‘ Karls war durchaus von den Heldensagen, von den Erzählungen von Dietrich von Bern, beeinflusst. Aber das ist nur ein willkürlich ausgewählter Aspekt dessen, was es noch alles zu erforschen gibt. Aber bestimmen Sie doch selbst mit, wohin die Reise „Heldensagen-Forschung“ gehen soll, und darum …

Mut zum eigenen Forschen !

Bei uns kann jeder mitmachen, der an Heldensagen und Geschichte interessiert ist oder dazu selbst etwas beitragen möchte. Das ist einfacher, als man es als Außenstehender glaubt. Die historischen Sagen um Dietrich von Bern, die Nibelungen etc. fanden nämlich nicht in Büchern statt, sondern ‚spielten‘ in Orten und Landschaften am Rhein, in der Eifel, im Westerwald, in Westfalen, im Sauerland, … und die Spezialisten hierfür befinden sich – genau  dort!

Daher – nur Mut: Sie bringen neue Ideen in die Forschung ein und gehen neue Wege, genau das brauchen wir. Die Gemeinschaft des Dietrich von Bern-Forums unterstützt und fördert Sie hierbei. So können wir uns gegenseitig ‚befruchten‘ und unsere Forschungen befördern. Und noch etwas, bei uns gibt es die Freiheit des Forschens ohne die Zwänge des universitären akademischen Betriebes.

Glück auf ! Das ist der deutsche Bergmannsgruß, er drückt den Wunsch nach dem Fund von neuen Erzgängen aus. In diesem Sinne wünscht das Dietrich von Bern-Forum Glück auf Entdeckung neuer ‚Erzgänge‘ in der Erforschung der Heldensagen und der Frühgeschichte.

Aktuelle Forschungsprogramme

  • Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen
  • Untersuchungen zur altenglischen Dichtung (z. B. Widsith, Beowulf,  Waldere) und ihre Bezüge zur Thidreks-und Nibelungensage
  • Untersuchungen zur altnordischen Dichtung (z. B. Edda, Wölsungen-sage) und ihre Bezüge zur Thidreks-und Nibelungensage
  • Untersuchungen zu westfälischen Hun(n)en in Verbindung zum Hunnen-Problem (Buchveröffentlichung ist erfolgt, Band 7)
  • Buchveröffentlichung: Einblicke in die Frühzeit der Eisenverarbeitung. Sagen als "Fundorte", Band 8

Mitarbeit ist in allen Fällen erwünscht

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