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Der neue BERNER Heft 107 –
DER BERNER digital

Vorwort BERNER 107
Ritter-Schaumburg weiter auf dem Prüfstand

Rolf Badenhausen

Auch diese BERNER-Ausgabe verdeutlicht einmal mehr, dass unser weitläufiger Forschungskomplex über „Ritter-Schaumburg und die Thidrekssaga“ längst nicht ausgeschöpft ist.
Demgemäß veranschaulichte schließlich auch das Vortragsprogramm unserer diesjährigen April-Tagung in Bad Münstereifel, dass – wie diesem Heft weiter zu entnehmen ist – zu Ritters essenziellen Forschungsansätzen und Erkenntnissen weitere Ergänzungen zur Sagengeografie beigesteuert werden können.
Wie hierzu aus nicht wenigen unserer BERNER-Beiträge längst hervorgeht, hatte er sich nicht um sämtliche Ortsangaben der Thidrekssaga bemüht, wie dies zwei Beiträge über das von der Textforschung kontrovers aufgefasste „Iverne“ verdeutlichen.
Über seine Identifizierungen liefert die Schriftfassung meines Tagungsvortrags zunächst einen Überblick mit einer Zusammenstellung von hauptsächlich sageninhaltlichen und etymologischen Zusammenhängen, soweit hierzu die Lokalisationen von einigen namhaften Textübertragern angeführt und quellenkritisch verglichen werden müssen.
Im Folgebeitrag öffnet Karl Weinand für unser „Iverne-Rätsel“ weitere Deutungshorizonte und exploriert nicht nur „literargeografische“, sondern auch erzählungsfigürliche Interpretationsmöglichkeiten.
Wie bereits in der Einleitung in unseren 10. Band der Reihe „Forschungen zur Thidrekssaga“ darauf hingewiesen wird, werden Ritter-Schaumburgs grundlegende Stoffbetrachtungen und Erkenntnisse zum einen weiterhin aufgegriffen, zum anderen aber auch – übrigens nicht zuletzt im Interesse von „Forschung und Lehre“ – dahingehend korrigiert, wo es sinnvoll und notwendig angezeigt ist.
Eben dieser Forschungsrichtung folgend wird im ersten Beitrag dieser Ausgabe anhand von mittelalterlicher Geschichtsschreibung weiter erkundet, ob oder inwieweit die von Ritter historisierte Niflungasaga nach geschichtswissenschaftlichen Maßstäben und Ermessen die Voraussetzung(en) zur Anerkennung als „chronistische Überlieferung“ erfüllen kann. Bedenken wir dazu aber auch Weinands konzisen Diskurs zum „Heldensang“, hier S. 69: Unsere Heldenlieder als wohl nicht zu übergehende Traditionsgröße für die frühesten Verschriftlichungen der Thidrekssaga.
Noch zum Ritter’schen Historizitätskontext liefert die Schriftfassung seines Vortrags über „Virnich und/oder Vernich, und die Bedeutung von Nievenheim für die Erforschung der Thidrekssaga“ – übrigens weit über Ritter-Schaumburgs Sicht und Veröffentlichungen hinausgehend – einen fundiert recherchierten Beitrag zu den bislang bestehenden Lokalisierungshypothesen zur Herkunft bzw. „Urheimat der Niflunga = Nibelungen“. Dieser Beitrag wird im nächsten BERNER mit Teil II fortgesetzt und abgeschlossen. Daneben werden wir zusätzlich eine derzeit ca. 97 Seiten umfassende Langversion, die in ihrem Anhang mittelalterliches Urkundenmaterial über die bis in den Kölner Raum reichende Landesgeschichte dieser Region aufbieten wird, auf unserer Netzseite verfügbar machen.
Ein weiterer Beitrag, hier S. 66, befasst sich mit einer scheinbar kryptischen Lokalisierung von unserem ehemaligen Vereinsmitglied Otto Klaus Schmich, der vor allem mit seinen geografischen Analysen zur Thidrekssaga wertvolle Denkanstöße hinterlassen hat.
Auch diese Ausgabe, inzwischen immerhin im 26. Ausgabejahr, zeigt wiederum nur an Beispielen auf, wie viel Aufklärungspotenzial – mit oder ohne, pro oder kontra Ritter – noch in den altnordischen und altschwedischen Überlieferungen vorausgesetzt werden darf.
Hierzu aber auch unser erneuter redaktioneller Aufruf, dass der BERNER für unsere Leserklientel nicht nur zu Aufsatzbeiträgen, sondern auch für ebenso willkommene Leser'innen'zuschriften zur Verfügung steht!
 
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  DER BERNER Heft 108 erscheint voraussichtlich im November 2026.

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